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Dine & Talk – Neujahrempfang des Netzwerkes 7




Am 04.01.2024 lud der „Netzwerk 7 – Club der Handballfreude e.V.“  

seine Mitglieder, Vertreter der Politik der Stadt sowie die Präsidenten der beiden großen Handballvereine Schwerins in den Strandpavillon ein.

 

Hat der Leistungshandball in Schwerin eine Zukunft?

Welche wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen sind notwendig, damit wir in unserer Stadt wieder professionellen Handball live erleben können?

 

Um diese Fragen drehte sich die von Patrick Kiefer moderierte  Diskussionsrunde, für die wir kompetente Gesprächspartner eingeladen haben. Als Vertreter der Stadt Schwerin konnten wir unseren Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier gewinnen, der sich trotz vollem Terminkalender die Zeit für diesen Termin genommen hat. Zu den Anforderungen im professionellen Damenhandball konnte der ausgebildete European-Handball-Manager Steffen Franke Auskunft geben. Für die Beantwortung unserer Fragen zum professionellen Männerhandball konnten wir Stefan Güter gewinnen. Stefan Güter hat den HC Empor Rostock als Geschäftsführer in der  2. Bundesliga geführt. Stefan Güter war zuvor in verschiedenen Positionen beim HSV Handball und den Füchsen Berlin aktiv. Bei den Füchsen Berlin begleitete er in leitender Funktion den Durchmarsch des Vereins von der 3. Liga in die 1.  Bundesliga.

 Die technische Betreuung der Runde erfolgte durch unser Mitglied Eric Neuwirth von Music Spezial. Im ersten Abschnitt der Diskussion ging es um den Stellenwert des Handballsports.

 Handball ist nach den aktuellen Erhebungen des  Allensbach Institutes die zweitbeliebteste Mannschaftssportart der Deutschen. Nach „König“  Fußball (59%) interessieren sich 37% der Deutschen für Handball,  gefolgt von Eishockey (28%), Basketball  (23%) und Volleyball (9%).

 

Aus diesen Daten ergab sich die Frage: Welche Rolle könnte der professionelle Handballsport für das Stadtmarketing der LH Schwerin spielen?

 

Das Ergebnis der ersten Runde war eindeutig:

Bundesligahandball (auch 2. Liga), am besten mit einem Damen-  und einem Herrenteam, wäre für die Außendarstellung der Stadt ein großer Gewinn. Aktuell gibt es mit der 1. Mannschaft von Grün Weiss in der 3. Liga - Staffel Nordost nur einen semiprofessionellen Verein in Schwerin.

Die Mecklenburger Stiere sind nach dem Abstieg z.Z. nur in der Ostsee-Spree Liga im Amateurbereich unterwegs.


Im zweiten Abschnitt der Diskussion ging es um die wirtschaftlichen Anforderungen für professionellen Handball.

 Grün Weiss muss sich als Tabellenzweiter der 3. Liga mit dem Thema Aufstieg beschäftigen. Nach Aussagen von Steffen Franke plant der Verein zweigleisig, also auch den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Um diesen Schultern zu können, muss die wirtschaftliche Basis deutlich verbessert werden. Allein die Personalkosten steigen bei einem Aufstieg um min. 100T€.  Die Reiferbahn-Halle erfüllt zwar die Mindestanforderungen der Liga, lässt aber einen wirtschaftlich notwendigen  Zuwachs an Zuschauern leider nicht zu.

Im Männerhandball sind die finanziellen Anforderungen noch einmal deutlich höher. Nach Angaben von Stefan Güter, muss in der. 2. Liga mit minimalen Etats von ca.  2Mio € gerechnet werden. Die Anforderungen der Liga an die Spielstätten der Vereine sind sehr hoch.

 

Im dritten Abschnitt der Diskussion ging es um die notwendige Infrastruktur.

 Für professionellen Handball benötigen die Vereine akzeptable Trainingsmöglichkeiten und Spielstätten, die den Anforderungen der Ligen entsprechen. Außerdem brauchen die Vereine Spielstätten mit ausreichenden Zuschauerkapazitäten, um wirtschaftlich arbeiten zu können.

 

Die Sport- und Kongresshalle, als traditionelle Spielstätte, ist  für 2. Liga Handball zu groß und zu teuer. Die Palmberg-Arena ist für Handball nur bedingt geeignet, 2. Liga Männer ist überhaupt nicht möglich. Aktuell ist die Stadt Schwerin, neben der geplanten Radsporthalle, nicht in der Lage, weitere Sportanlagen zu finanzieren. Außerdem ist die Stadt mit dem PPP-Vertrag, der noch bis 2034 läuft, Verpflichtungen in Sachen Investitionen in Sport- und Freizeit-anlagen eingegangen. Entsprechende Aussagen des Oberbürgermeisters  waren zu erwarten.

Wie würde die Stadtverwaltung aber zu einer privaten Initiative stehen?

Dr. Badenschier geht davon aus, dass ein privat initiiertes und finanziertes Hallenprojekt durch Politik und Verwaltung der Stadt Schwerin sehr wohlwollend begleitet werden könnte.

 

Im Anschluss an die kurzweilige Debatte konnte Gäste und Mitglieder des Netzwerkes 7 bei gutem Essen und einigen Getränke weitere anregende Diskussionen führen.

 

Der „Netzwerk 7 – Förderverein Handball e.V.“  nutzte die Veranstaltung zur Übergabe von zwei Förderzusagen. Wir unterstützen Grün Weiss bei der Durchführung des anstehenden Sommercamps. Die Mecklenburger Stiere richten mit unserer finanziellen Unterstützung einen Kraftraum auf dem Campus Sportgymnasium ein.

 

Wir bedanken uns herzlich bei dem gesamten Team des Strandpavillons.

Wir haben uns sehr wohl geführt und kommen gern 2025 wieder.

 



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